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AZ Fr. 06. August 2004

Flugblatt ruft deutliche Reaktionen hervor

Aachen

Nicht ohne Reaktion blieb das gemeinsame Flugblatt von CDU und SPD in Sachen Park Altes Klinikum. Die Grünen sind eher entrüstet, die Aachener-Bürger-Liste betrachtet die Sache von der heiter-ironischen Seite.

Die Initiative «LuuP» (Lasst uns unseren Park) hingegen bemängelt fehlende Offenheit der beiden Parteien. In besagtem Flugblatt, das in absehbarer Zeit in einer Stückzahl von 5000 an die Haushalte rund um die Grünfläche verteilt wird, legen Christ- und Sozialdemokraten nicht nur ihre Argumente für den Verkauf des Areals an die AMB dar. Außerdem hieß es, dass sämtliche Gegner des Verkaufs «vorgaukelten», dieser sei unnötig und Ängste geschürt würden.

«Erfüllungsgehilfen»

Ausführlicher nimmt dazu der stellvertretende Sprecher der Grünen-Fraktion, Hermann Josef Pilgram, Stellung. Er kritisiert nochmals die Eile des Verkaufsbeschlusses, da seitens des Versicherungskonzernes noch gar keine Entscheidung für Aachen gefallen sei. Die Stadt werde aber jetzt zum «reinen Erfüllungsgehilfen».

Die Grünen verschlössen sich dem Argument der Arbeitsplätze nicht, der Konzern gebe aber keine verbindlichen Erklärungen zur weiteren Nutzung seiner Liegenschaft in Aachen ab. Seriöse Planer hätten wissen müssen, dass es keine Erweiterungsmöglichkeit gäbe - es sei denn, man schaffe es, die politischen Entscheidungsträger unter Druck zu setzen. Eher ironisch begleitet Hans-Dieter Schaffrath, Kopf der Aachener-Bürger-Liste, die Flugblattaktion: «Warum so zaghaft. Nicht 5000, sondern 50.000 Schreiben sollten verteilt werden, damit ganz Aachen davon erfährt.» Die Liste freue sich über die Aktion, schließlich zeige der Inhalt die Denkweise von CDU und SPD.

Auch die Initiative «LuuP» (Lasst uns unseren Park) meldete sich am Donnerstag mit einer ausführlichen Presseerklärung. Bedauerlich sei, dass sich die beiden Ratsparteien nicht mit gebotener Offenheit an die Bürger wendeten. Es werde kein neuer Arbeitsplatz versprochen. Es gehe lediglich um den Versuch, die AMB Generali in Aachen zu halten.

«Bankrotterklärung»

Ob dies gelinge, wenn man dem Konzern den Park gebe, sei nicht gewiss, müsse aber erhofft werden. Wörtlich heißt es: «Eine Bankrotterklärung, die deutlicher nicht zeigen kann, wie es um die Selbstbestimmung unserer Stadt und ihrer Politiker bestellt ist.» Eher abenteuerlich sei die Behauptung von CDU und SPD, von einem Turmbau auf dem Gelände könne keine Rede sein. Die in die Bürgerbeteiligung aufgenommenen Entwürfe sähen 80 und 120 Meter hohe Türme vor. Genau wie die Fraktion der Grünen wirft auch «LuuP» den Aspekt des fast leer stehenden Gewerbegebietes Avantis und der Standortentscheidung auf. «LuuP» sei froh, dass das Flugblatt die «verstrickten und abhängigen Entscheidungsparameter der beiden Großen» in 5000 Haushalten deutlich mache.

(hpl) (05.08.2004 | 19:56 Uhr)

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