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AZ Sa. 07. August 2004

Kommentar

Die Woche in Aachen: Wer braucht hier Beistand?

Aachen

Skeptisch schaute Tim Hammer drein. Dabei hatte er 65.000 Euro im Präsentkorb, die er anlässlich des «50.» seines Betriebes wohltätig überreichen durfte. Der Mann darf getrost zu den Aachenern gezählt werden, die etwas bewegen.

Vielleicht in seiner Funktion als Alemannias Vize-Präsident auch mal in Sachen neuer Tivoli...

Das Baggern muss er einstweilen anderen überlassen. Vor allem dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes, der in unserer Stadt etliche Löcher ausgehoben hat, um sie mit funktionaler und hoffentlich auch attraktiver Architektur wieder zu füllen. Fast hat man den Eindruck, unsere Stadt wird umgekrempelt.

Derart viele Maßnahmen und Pläne müssten dem Baugewerbe Impulse versetzen. Nennen wir als Beispiele aus dieser Woche zudem den alten Zoll auf Köpfchen, den groß angelegten Neubau des Buschtunnels, die Pläne fürs Eurogress und nicht zuletzt das dicke Paket an Hausaufgaben, das sich die Stadt für die Ferienzeit selbst auferlegt hat.

Äußerst harmonische Töne will die Euro-Jugend in Aachen verbreiten. Ein Kinder- und Jugendradio soll die Landschaft bereichern. Und wer die Projekte der Frauen und Männer aus der Bendstraße kennt, der weiß: Das wird was. Dass in diesem Zuge auch der Bürgerfunk gerettet wird, freut einen echt.

Für heftige Disharmonien sorgt dagegen ein Flugblatt von CDU und SPD, dabei ist dies noch gar nicht veröffentlicht. Die beiden Parteien wollen den Anwohnern rund um den Park Altes Klinikum klar machen, wer die richtige Entscheidung in Sachen Verkauf von Grünland an die AMB Generali getroffen hat und dass bitteschön am 26. September auch das Kreuzchen im richtigen Feld gemacht werde. Als Zeichen der Angst interpretierte Kollege Stephan Mohne zurecht das Papier. Wer will mündige Bürger erwarten, wenn er auf einmal das Instrument der Bevormundung auspackt?

Die Woche könnte richtig schön enden. Endlich kommen mal positive Signale aus der Aachener Wirtschaft. Siso-Textil meldet eine erfolgreiche Sanierung. Herrlich: Der Insolvenzverwalter ist hier arbeitslos. Wäre da nicht weiter die Angst um die Schumag-Arbeitsplätze. Die Enden kommen nicht zusammen. Betriebsrat und Leitung des Maschinenherstellers können sich nicht über die Arbeitszeit einigen, jetzt droht die Jobverlagerung.

Sichere Jobs haben die Spieler von Alemannia. Da sind wir wieder bei Tim Hammer. Der wohnte am Freitag der Segnung des neuen Rasens bei - einer diskussionswürdigen Veranstaltung. Irgendwie brauchen wichtigere Angelegenheiten göttlichen Beistand... Das sagt ein echter Alemannia-Fan. Schönes Wochenende. Und am Montag sieht man sich auf dem Tivoli.

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