Wir bedanken uns bei den "Aachener Nachrichten" und der "Aachener Zeitung" für die Erlaubnis, relevante Artikel wiedergeben zu dürfen.


AN Di. 17. August 2004

Charme der 60er vor dem Abriss

Aachen

Die Zeichen stehen auf Abriss: Noch ist nichts entschieden, aber große Wetten auf eine Weiterexistenz des so genannten Landesbehördenhauses an der Ecke Franzstraße/Borngasse und damit an einer städtebaulich ungemein wichtigen Stelle, werden wohl nicht mehr angenommen.

Zumal sich das Land als Eigentümer offensichtlich über eine potente und durchaus willkommene Interessentin fürs Grundstück freuen kann - die Aachener und Münchener scheint nicht abgeneigt, dort einen Neubau zu beziehen.

Auf diese Weise könnte der Konzern seine noch auf zwei Standorte verteilten (Lebens-)Versicherungsaktivitäten in der Innenstadt zusammenfassen: Rund 900 Mitarbeiter sind im Hochhaus zwischen Aureliusstraße und Borngasse tätig, 450 weitere an der Robert-Schuman-Straße (Siegel). Reibungsverluste sind so programmiert, unter anderem müssen ständige Fahrdienste unterhalten werden.

Mit einer Verlagerung in einen Neubau an der Franzstraße würde die Siegel-Belegschaft den Kollegen auf der gegenüber liegenden Seite der Borngasse ganz nahe kommen; die beiden Komplexe ließen sich eventuell durch eine Brücke verbinden. Noch ist bei der Aachen-Münchener nichts beschlossene Sache, aber eine solche Lösung scheint ihre Anhänger zu haben.

Wettbewerb geplant

Auch beim Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) geht man offensichtlich davon aus, dass die Tage des Landesbehördenhauses, das ungebremst den Charme der 60er Jahre ausstrahlt, gezählt sind. Der Aachener Niederlassungsleiter Harald Lange: "Wir sind noch in einem frühen Stadium, und alles entwickelt sich gerade erst", aber er sehe keine große Zukunft für den überholten Zweckbau - es sei denn, "jemand zahlt einen guten Preis". Was eher nicht zu erwarten ist.

Die Stadt Aachen hat erkennen lassen, dass sie bei der Neugestaltung dieses Filetstücks im Herzen der Stadt ein gewichtiges Wörtchen mitreden will, im Rahmen eines städtebaulichen Wettbewerbs. Für Lange kein Thema, denn es bestehe die einmalige Chance, "aus dieser Gegend was zu machen". Wobei die unmittelbare Nähe zum neuen Kapuziner-Karree nur anregend wirken könne.

Mit großem Interesse verfolgt man die Entwicklung auch bei der Stawag, die gleich nebenan ein 110.000-Volt-Umspannwerk betreibt, mit dem die ganze City bedient wird. "Unabdingbar" sei bei allen Planungen, so Vorstand Dieter H. H. Stolte, ein Verbleiben an diesem Standort, weil dort gewaltige Kabelmassen ankämen und wegführten. Auch die Stawag würde am liebsten ein neues Werk bauen, weil das alte schwer in die Jahre gekommen ist. Problem am Rande: Teile desselben stehen unter Denkmalschutz.

Park nicht betroffen

Noch sind im Landesbehördenhaus das Sozialgericht untergebracht (zieht um ins Justizzentrum am Adalbertsteinweg) sowie die staatlichen Ämter für Umweltschutz und Agrarordnung. Für die müsste noch eine Lösung gefunden werden.

Etwaige Verlagerungen/Konzentrationen bei den AM-Versicherungen haben nichts zu tun mit dem Grundstückskauf und den Neubauplänen im Park Altes Klinikum, wo AMB Generali mit ihrer Holding und den Rechenzentren vertreten ist.

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