Wir bedanken uns bei den "Aachener Nachrichten" und der "Aachener Zeitung" für die Erlaubnis, relevante Artikel wiedergeben zu dürfen. AZ Fr. 19. November 2004 SPD und Grüne stellen Dezernenten völlig kaltAachen Eigentlich wollten sich SPD und Grüne Zeit lassen. Aber nun krempeln sie die Stadtverwaltung innerhalb kürzester Zeit komplett um. Und das trifft vor allem einen: Den von der alten Mehrheit geholten und von der neuen so ungeliebten Baudezernenten Lars Möller (CDU). Er wird fast vollständig kalt gestellt. Der gesamte Bau-, Bauaufsicht-, Planungs- und Verkehrsbereich sowie das Gebäudemanagement werden ihm weggenommen. Stattdessen kümmert er sich nun noch genau um vier Bereiche: Feuerwehr, Stadtbetrieb, Vermessung und Kaster sowie Wohnen. Stattdessen wird Gisela Nacken (Grüne) zu einer Art «Super-Dezernentin». Sie behält nicht nur den Fachbereich Umwelt, die Architektin bekommt auch das zurück, was ihr CDU und FDP vor fünf Jahren nahmen: Alle genannten Planungs- und Bauaufgaben. SPD und Grüne drehen also den Spieß um. «Wir glauben, dass man die Aufgaben von Herrn Möller qualitätvoller erfüllen kann», sagen SPD-Fraktionschef Heiner Höfken und Grünen-Sprecherin Elisabeth Paul. Möller, dessen Amtszeit 2008 endet, war für eine Stellungnahme am Donnerstag nicht zu erreichen. Weitere Änderungen: Heinz Lindgens (CDU) wird nun auch Sozial- und Gesundheitsdezernent. Zudem bleibt er für Personal, Organisation, Bezirksämter, Arbeits- und Verbraucherschutz zuständig. Kämmerer Witt (SPD) gibt die Feuerwehr an Möller ab. OB Jürgen Linden (SPD) behält alle seine Fachbereiche, wie etwa die Liegenschaften, und kümmert sich vorübergehend um die Kultur. Friedel Erlenkämper (CDU) behält ebenfalls sein Riesendezernat aus Recht, Ordnung, Schule, Jugend und Sport. Bei Erlenkämper vermutet Rot-Grün, dass er 2006 aufhört. Möglicherweise werden SPD und Grüne diese Stelle einsparen, denn ein Dezernat - vielleicht sogar zwei - wollen sie am Ende der Ratsperiode 2009 weniger auf der Liste haben. Auf jeden Fall gehen dann Schule, Jugend und Sport unter dem Stichwort «Bildung» zur Kultur. Dieses Dezernat wird Ende 2005 neu besetzt. Schnellstmöglich hingegen will die neue Mehrheit einen Kämmerer suchen. Joachim Witt geht im Herbst 2005. Der oder die Neue soll schon ab Sommer parallel mitmachen. SPD und Grüne wollen für diesen Posten einen «Manager und keinen Beamten klassischer Schule», sagen sie. Er soll sich mit dem Neuen Kommunalen Finanzmanagement ebenso auskennen wie mit neuen Finanzierungsmöglichkeiten, soll aber auch «Politik, Land und Bund unter einen Hut bekommen». Viele Wünsche auf einmal. Passende Kandidaten sollen «Headhunter» finden. Alsdann werde eine Kommission aus allen Fraktionen gebildet, die nach dem Motto «Qualität vor Parteibuch» entscheiden soll. «Das ist neu, und das ist uns sehr wichtig», betonen Günter Schabram (Grüne) und Angelika Weinkauf (SPD). OB Linden kommentierte als Verwaltungschef die neue Verteilung nicht. Nur soviel: «Einige sind negativ, andere positiv betroffen. Ich glaube, dass alle zusammen positiv ihre Arbeit fortsetzen werden.» Von unserem Redakteur Stephan Mohne (18.11.2004 | 23:00 Uhr) |
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