Wir bedanken uns bei den "Aachener Nachrichten" und der "Aachener Zeitung" für die Erlaubnis, relevante Artikel wiedergeben zu dürfen. AN Sa. 20. August Der Turm soll dem Dom nicht schadenAachen Beeinträchtigt das geplante AMB-Hochhaus im Park Altes Klinikum das Weltkulturerbe Aachener Dom? Nach dem Riesenärger in Köln will der Konzern nicht das kleinste Risiko eingehen und trifft Vorsorge. Demnächst chartern die Versicherer einen riesigen Werbeballon und lassen ihn in exakt 78 Meter Höhe quasi vor Anker gehen - als Ausgangspunkt für eine aufwändige Computersimulation. «Eine steinzeitliche Methode», so Architekt Ernst Höhler, aber der Regierungspräsident hat den eigentlich vorgesehenen Einsatz eines Hubschraubers untersagt. So behilft man sich mit anderem Fluggerät, der Effekt ist aber derselbe: Ist der Ballon in der Luft, exakt an der Stelle, wo das neue AMB-Hochhaus enden soll, wird er aus allen möglichen Ecken der Stadt fotografiert, etwa vom Lousberg aus. Die Daten werden in den Rechner übertragen, und dann erkennt man haargenau, wie der simulierte Turm auf verschiedene Sichtachsen einwirkt - und möglicherweise dem Dom den Rang abläuft oder den Blick auf denselben behindert. Höhler: "Wir haben nicht den geringsten Zweifel, dass es positiv ausgeht. Es handelt sich um eine reine Vorsichtsma0ßnahme, und es kann ja nicht verkehrt sein, von vorneherein alles richtig zu machen." Wahr sei allerdings auch, dass die Vorgänge am Rhein ein paar Alarmglocken zum Schrillen gebracht hätten. Weil die Kölner auf der "scheäl Sick" einen Komplex mit Büro- und Hoteltürmen von der Höhe des gegenüberliegenden Doms errichten wollen, hat die Unesco gedroht, das Wahrzeichen der Stadt und Weltkulturerbe seit 1996 auf die "Rote Liste" zu setzen. Seither gibt es mächtig Streit: Die Freunde des Doms sind außer sich, dass diesem Monument christlicher Baukunst solche Schmach angetan werden könnte, während Kritiker der Unesco darauf hinweisen, eine Stadt müsse sich nun einmal weiterentwickeln. "Nicht vergleichbar" In Aachen sieht man dieses Dilemma - und ist froh, dass die Verhältnisse ein bisschen anders sind. Dr. Georg Minkenberg, Kunsthistoriker und Leiter der Domschatzkammer: "Im Gegensatz zu Köln wird Aachen nicht von der Silhouette des Doms bestimmt, er prägt nicht das Stadtbild" - einfach nicht hoch genug. Ähnlich sieht es Dombaumeister Helmut Maintz: " Die beiden Fälle sind nicht vergleichbar", gerade wegen seiner unglaublichen Fernwirkung sei das Kölner Gotteshaus zum Weltkulturerbe gemacht worden. Wogegen das hiesige Münster doch eher unauffällig im Aachener Talkesse stehe, "da bringt der Turm von ST. Jakob sehr viel mehr über Normalnull". So hat es denn auch vom Domkapitel keine Signale in Richtung AMB gegeben, sich die Sache mit dem Hochhaus noch einmal zu überlegen, zumal der Standort des Turms im Südviertel doch etwas entfernt liegt. Beim Bistum scheint die Generallinie zu sein: Bei aller Bauerei bitte Rücksicht nehmen auf den ehrwürdigen Dom, aber eine lebendige Stadt müsse natürlich wachsen und Hochhäuser seine architektonischer Ausdruck unserer Zeit. Dass sich der Versicherungskonzern von Beginn an auf der sicheren Seite bewegen will, hat also weniger mit Bedenken des Domkapitels als mit der rigiden Haltung der Unesco im Fall Köln zu tun. Die Höhler durchaus nachvollziehen kann: "Grundsätzlich richtig" nennt er die harte Linie der UN-Kulturwahrer, und eher "gefühllos" sei die Reaktion der Kölner Stadtoberen ausgellen, denn. "Der Kölner Dom ist doch gerade einmalig wegen seiner Fernwirkung." Nach Auswertung des Ballon-Unternehmens will AMB Generali unverzüglich Kontakt aufnehmen mit der Unesco und die Ergebnisse präsentieren. Aachener Nachrichten online - Aachener Nachrichten (Stadt) 19.08.2005 17:35 |
|
Home, falls nur dieser frame sichtbar ist. |