Gibt es wirklich "erhebliche Platzreserven" im alten Klinikum?

Die Fläche des von der AMB Generali verlangten Areals liegt in der Größenordnung von 30.000 qm. Es gibt interessanterweise eine Diskrepanz zwischen dem inzwischen mehrfach kolportierten und nicht widersprochenem Wert von 32.000 qm und einem Wert von ca. 29.000 qm, den wir bei Auswertung der uns vorliegenden Pläne erhalten haben. Um unsere Argumentation weiterhin auf einer sachlichen Ebene zu führen, gehen wir im folgenden von einer Fläche von nur 29.000 qm aus.

Abb. 1: Die von der AMB verlangte Fläche gemäß den Originalplänen. Maßstabsgerechte Darstellung. (Kartengrundlage: Deutsche Grundkarte (DGK5) - Ausschnitt des Blattes Aachen Südwest - © Stadt Aachen, Fachbereich Vermessung und Kataster, FB 62.13 - 06-2003 )


In Abb. 1 ist der ursprüngliche Architekten-Entwurf dargestellt; der gesamte Südteil (mehr als die Hälfte des bis jetzt geretteten Areals !!) soll von der AMB vereinnahmt werden.

Von verschiedenen Seiten ist in der Vergangenheit der Vorschlag geäußert worden, entlang der Anton-Kurze Allee zu bauen. Dort gebe es noch "erhebliche Platzreserven" welche aus ökologischer Sicht eher als nicht wertvoll einzustufen seien.

Wir haben uns mit Maßband auf den Weg gemacht, und das Areal vermessen. Die für eine Bebauung zugängliche Breite eines direkt an der Anton-Kurze-Alle gelegenen Grundstückes beträgt knapp 200 m. Bei einer gewünschten Gesamtfläche von 29.000 qm bedeutet dies, daß das Grundstück 145 m tief in das Park-Gelände hineinragen würde!! Dies ist maßstabsgetreu (dunkel-grau unterlegt) in Abb. 2 dargestellt. Der Maßstab wurde dabei fast immer abgerundet, so das die 29.000 qm eher zu klein in der Karte abgebildet sind.

Abb. 2: Der von dritter Seite vorgeschlagene Alternativ-Vorschlag, der die angeblich "erheblichen Platzreserven" entlang der Anton-Kurze-Allee ausnutzen würde (schematische, aber maßstabsgerechte Darstellung). Die "erheblichen Platzreserven" sind der schmale, hellgraue Bereich entlang der Anton-Kurze-Allee. (Kartengrundlage: Deutsche Grundkarte (DGK5) - Ausschnitt des Blattes Aachen Südwest - © Stadt Aachen, Fachbereich Vermessung und Kataster, FB 62.13 - 06-2003 )


Der als biologisch nicht so wertvoll erachtete Rasen direkt an der Anton-Kurze-Allee (In Abb. 2 als heller Bereich entlang der Anton-Kurze-Allee zu erkennen) hat eine Breite von maximal 20 m (sehr großzügig gerechnet, im Durchschnitt sind es wohl weniger als 15 m). D.h. von der errechneten Gesamttiefe des Grundstückes (145 m) sind lediglich 20 m Rasen, mithin weniger als 15%. Dies bedeutet , dass weiterhin mehr als 85% mitten in die wertvolle Fauna des Geländes hineinragen würden .

Außerdem: Folgte man dem Alternativ-Vorschlag, würde selbst bei einer behutsameren Grundstücksführung, das Gelände in zwei schlauchförmige Restbereiche entlang der Goethestraße und der Schillerstraße zerteilt werden .....

Eine intakte Naturlandschaft, durch die Festschreibung des Geländes als Grünfläche ausdrücklich beabsichtigt, kann hier nicht mehr entstehen.

Folglich ist dieser Vorschlag aus den dargelegten Gründen, kein ernstzunehmender Plan. Es zeigt sich einmal mehr, dass die einzig akzeptable Lösung die Belassung des Areals in seiner bisherigen Form ist.

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